Drees & Sommer managt Roche-Projekt
Philip Kottlorz

Drees & Sommer managt Roche-Projekt

Roche investiert 300 Millionen Euro in Diagnostikzentrum
06.03.2026von Hidden Champions Redaktion

Alzheimer, Multiple Sklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben im menschlichen Körper oft lange Zeit unbemerkt. Das soll sich mit Früherkennungstests und In-vitro-Diagnostika, wie sie im neuen Diagnostik- und Innovationszentrum von Roche in Penzberg entwickelt werden, in Zukunft ändern.  Der Neubau ermöglicht einen nahezu CO₂-freien Betrieb, reduziert den Energieverbrauch gegenüber früheren Laborgebäuden um rund 70 Prozent und bietet Platz für 1.000 der in Penzberg tätigen Mitarbeitenden. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Unternehmen Drees & Sommer SE hat Roche beim Bau des 300-Millionen-Euro-Zentrums unterstützt. Mitte Februar ist das 35.000 Quadratmeter große Gebäude im Beisein von Projektbeteiligten und Gästen aus Politik und Wirtschaft eröffnet worden.

Krankheiten früher erkennen und gezielter behandeln

Weltweit leiden über 3,5 Milliarden Menschen an neurodegenerativen und chronischen Erkrankungen – Tendenz steigend. Roche reagiert darauf mit innovativen Tests: „Mit ihnen können Ärztinnen und Ärzte über eine Blutprobe bereits kleinste Veränderungen bei Betroffenen frühzeitig nachweisen und Therapien passgenauer auswählen“, sagt Thomas Schinecker, CEO von Roche.

Das neue Zentrum ist Teil einer umfassenden Investitionsoffensive: Seit 2020 hat das Pharmaunternehmen mehr als 3,5 Milliarden Euro in seine Standorte in Deutschland investiert – rund die Hälfte davon in Penzberg. „Mit dem neuen Entwicklungszentrum stärken wir nicht nur unseren Forschungs- und Wirtschaftsstandort in Deutschland“, betont Schinecker. „Wir schaffen gleichzeitig wichtige Voraussetzungen, um unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen und medizinische Lösungen weltweit anbieten zu können.“

Taktgefühl am Bau

Um das Gebäude schnell und effizient fertigzustellen, wurde Drees & Sommer mit dem Construction Management beauftragt. Projektleiter Adrian Schwarz und sein Team steuerten dabei alle Schritte, die einen reibungslosen Verlauf vor, während und nach der Bauausführung sicherstellen. Das 30-köpfige Team hat die unterschiedlichen Fachdisziplinen, wie digitale Planungsmethoden oder Building Information Modeling, in den Bau- und Planungsablauf integriert, die Baustellenlogistik überwacht, die Vergaben an Generalübernehmer und Einzelunternehmer koordiniert und die Inbetriebnahme des Gebäudes in der Fertigstellungsphase koordiniert.

Damit bei den verschiedenen Bauprozessen und den vielen Beteiligten auf der Baustelle alles reibungslos funktioniert, hat das Team bei der Terminplanung auf das Lean-Construction-Management gesetzt. „Alle Projektschritte haben wir auf den Tag genau durchgetaktet und auf einer Projekttafel für alle transparent visualisiert“, sagt Schwarz. „Wir haben die Bau- und Terminabläufe so koordiniert, dass alle Gewerke nahtlos ineinandergreifen konnten – angefangen bei der Planung über die Abläufe auf der Baustelle bis hin zum Vorbereiten des späteren Betriebs“, erklärt der Projektleiter.

Nachhaltiger Betrieb dank innovativer Technologien

Roche hält sich bei seinen Gebäuden weltweit an strenge Umweltstandards – so auch in Penzberg: Der Neubau liefert einen nahezu CO₂-freien Betrieb und senkt den Energiebedarf im Vergleich zu früheren Laboren um rund 70 Prozent. Dafür sorgen unter anderem die Holz-Hybridbauweise, ein effizientes Niedertemperaturnetz, das Abwärme intelligent nutzt, und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Auch im Arbeitsalltag profitieren die Mitarbeitenden im neuen Gebäude von einem hohen Grad an intelligenten und digitalisierten Prozessen: Über 4.400 Sensoren erfassen den Energieverbrauch in Echtzeit und ein digitales System steuert und dokumentiert, ob und wie die Laborgeräte besetzt sind. Innovationen wie ein Pipettierroboter oder das vollautomatisierte Probenlager Cube beschleunigen die Abläufe im Labor, sodass den Mitarbeitenden mehr Zeit für ihre wissenschaftlichen Kernaufgaben bleibt.

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