
Nach rund 3,8 Kilometern Vortrieb durch teils knallharten, teils brüchigen Fels erreichten die Mineure beim Bau des Nordloses der zweiten Röhre des Gotthard-Straßentunnels mit einer Herrenknecht-Tunnelbohrmaschine ihr erstes Etappenziel: Sie feierten am 29. April 2026 den präzisen Durchbruch in den bereits zuvor ausgebrochenen Abschnitt der Störzone Nord. Von hier aus werden sie in Richtung Süden weitere rund 4 Kilometer Tunnelbau unter den Alpen in Angriff nehmen. „Bis zu 32 Meter pro Tag – das ist eine toughe Leistung der Vortriebsmannschaften im knallharten Gotthard-Fels.“ Dr. Ing. E. h. Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, ist stolz darauf, wie gut der Tunnelbau für die zweite Röhre des Gotthard-Straßentunnels mit der Tunnelbohrmaschine (TBM) aus Schwanau vorankommt.
Gestartet hatte die ARGE secondo tubo, bestehend aus den Partnern Implenia und Frutiger, den Vortrieb im Februar 2025 in Göschenen im Schweizer Kanton Uri im Auftrag des Bauherrn, des Bundesamts für Strassen Astra. Im Auftrag des Bundesamtes für Strassen Astra fahren die Tunnelbauspezialisten den nördlichen Abschnitt der neuen zweiten Röhre parallel zu dem seit 1980 in Betrieb befindlichen Straßentunnel auf. Die Herrenknecht-Ingenieure hatten ihnen dafür eine auf Hartgestein spezialisierte Maschine vom Typ Einfachschild-TBM (Durchmesser 12.225 mm) designt und termingerecht geliefert.
Der Bohrkopf der auf den Namen „Alessandra“ getauften Maschine wird von 15 Motoren mit einer Gesamtleistung von 5.250 Kilowatt angetrieben – das entspricht ungefähr der siebenfachen Leistung eines aktuellen Rennwagens der Formel 1. Die hydraulischen Vortriebszylinder pressen den rotierenden Bohrkopf mit bis zu 95.000 Kilonewton – also umgerechnet mit dem Gewicht des Pariser Eiffelturms – gegen den Fels der Ortsbrust.
Das Ziel der ersten Bohretappe – die Störzone Nord – war vorab konventionell ausgebrochen worden. Für diesen rund 400 Meter langen Tunnelabschnitt hatten die Planer geologische Verhältnisse prognostiziert, in denen der maschinelle Vortrieb nicht effizient möglich gewesen wäre. Nach dem Durchbruch werden die Tunnelbauer die insgesamt rund 100 Meter lange Maschine durch diese Kaverne transportieren, bevor sie die weiteren rund 4 Kilometer in Richtung Süden in Angriff nehmen. Die Kaverne dient in den kommenden Wochen ebenfalls dazu, die Herrenknecht-Maschine gründlich zu überholen, nachdem sie bisher schwierigste Felsformationen bewältigt hat.
Neben den Abschnitten, in denen die Mineure mit der TBM Höchstleistungen fahren konnten, standen streckenweise stark Quartz-haltige Zonen oder auch harter, blockiger Granit an, die Mensch und Maschine aufs äußerste herausforderten. Johannes Faißt, Herrenknecht-Projektmanager für den Gotthard-Straßentunnel, erläutert: „In dem rotierenden Bohrkopf sind sogenannte Schneidrollen montiert. Mit der Drehung des Bohrkopfes lösen die Schneidrollen den Fels. Sie unterliegen dabei je nach Geologie einem spezifischen Verschleiß und müssen regelmäßig ersetzt werden. Hier konnten wir den Vortrieb entscheidend unterstützen mit hochwertigen Schneidrollen aus unserem Schwanauer Werk und einem Logistikprozess, der eng mit unserem Kunden abgestimmt war.“
Dem nördlichen Bauabschnitt entgegen arbeitet sich ein von Süden kommender Vortrieb für die zweite Röhre des Gotthard-Straßentunnels. Hier war die von Herrenknecht gefertigte und von den Spezialisten der Marti AG eingesetzte Tunnelbohrmaschine kontrolliert gestoppt worden, um eine definierte Tunnellänge konventionell auszubrechen. Diese anspruchsvollen Arbeiten sind inzwischen weitestgehend abgeschlossen, sodass ab Mitte Mai der maschinelle Vortrieb in Richtung Norden wieder aufgenommen werden kann.
Bereits von 2003 bis 2011 fuhren Baukonsortien am Gotthard mit vier Herrenknecht-Maschinen insgesamt 85 Kilometer Tunnel für den bisher längsten Eisenbahntunnel der Welt auf. Die Lieferung für den Gotthard-Basistunnel gehört zu den herausragenden Meilensteinen der Herrenknecht-Unternehmensgeschichte.
Tunnelbau in den Alpen und besonders am Schweizer St. Gotthard hat für uns immer eine emotionale Komponente.

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