B.Pro stellt Industriesparte Enoxx bis 2027 ein
Blanc & Fischer

B.Pro stellt Industriesparte Enoxx bis 2027 ein

Nach erfolglosen Verkaufsversuchen beendet B.Pro die verlustbringende Industriesparte Enoxx im Jahresverlauf 2027.
11.02.2026von Hidden Champions Redaktion

Die B.Pro Gruppe richtet sich strategisch neu aus und stellt ihre Industriesparte Enoxx ein. Rund 180 Arbeitsplätze sind betroffen.

Die zur Blanc & Fischer Group gehörende B.Pro Gruppe richtet ihren strategischen Fokus künftig vollständig auf ihr Kerngeschäft in der Speisenlogistik aus. In diesem Zusammenhang wird die Industriesparte Enoxx im Verlauf des Jahres 2027 eingestellt. Zuvor hatte die Unternehmensgruppe über mehrere Jahre hinweg verschiedene Lösungsansätze geprüft, um die seit Langem verlustbringende Sparte fortzuführen oder zu veräußern.

Zuletzt hatte B.Pro intensiv nach Interessenten für eine Übernahme der Enoxx-Sparte gesucht. Ziel war es, die industrielle Fertigung von Edelstahlteilen unter der Marke Enoxx fortzuführen und Arbeitsplätze zu sichern. Diese Bemühungen blieben jedoch ohne Erfolg.

Wegfall von rund 180 Arbeitsplätzen bis 2027

Bis zur vollständigen Schließung der Sparte im Jahr 2027 wird die Beschäftigung für rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schrittweise enden. Der Personalabbau erfolgt gestaffelt und orientiert sich an der weiteren Produktionsplanung.

Neben der Speisenlogistik für Großküchenbetreiber hatte B.Pro aus Auslastungsgründen unter der Marke Enoxx Edelstahlteile für industrielle Anwendungen gefertigt. Diese Geschäftstätigkeit ist seit geraumer Zeit nicht mehr rentabel.

Wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen

Insbesondere das Geschäft mit der Automobilindustrie stellt für einen mittelständischen Betrieb laut Unternehmen eine Vielzahl von Herausforderungen dar. Zusätzlich wächst aufgrund des altersbedingt zunehmenden Ausfallrisikos des Maschinenparks die Gefahr von Produktionsunterbrechungen und damit verbundenen Haftungsforderungen.

Eine notwendige Erneuerung der technischen Anlagen wäre mit einem Investitionsbedarf im zweistelligen Millionenbereich verbunden. Dieser könne weder aus dem laufenden Geschäft der Enoxx-Sparte noch aus dem Geschäft der B.Pro Gruppe refinanziert werden.

Mehrere Lösungsansätze ohne Erfolg

In den vergangenen Jahren hatte die Unternehmensgruppe unterschiedliche Szenarien geprüft, um eine nachhaltige Perspektive für Enoxx zu entwickeln. Dazu zählten unter anderem die Bündelung der Aktivitäten der B.Pro in einer eigenständigen Einheit, der Ausbau eines Manufakturgeschäfts mit Kleinstauflagen sowie die Auftragsmontage für die Küchengeräteindustrie.

„Wir haben in den letzten Jahren mehrere Lösungsansätze verfolgt. Neben der Bündelung der B.Pro in einer eigenen, schlagkräftigen Einheit zählt dazu das sogenannte Manufakturgeschäft mit Kleinstauflagen sowie die Auftragsmontage für die Küchengeräteindustrie. Im vergangenen Jahr wurden ergebnisoffen weitere Szenarien geprüft und zuletzt auch intensiv nach Interessenten für eine Übernahme gesucht, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Trotz der Bereitschaft zu weitreichenden Zugeständnissen haben diese Bemühungen nicht zum Erfolg geführt“, sagt Frank Gfrörer, Sprecher des Vorstands der Blanc & Fischer Group (im Bild zu sehen).

Sozialverträglicher Abbau geplant

Gfrörer betont, dass sich das Unternehmen der Auswirkungen auf die Beschäftigten bewusst ist: „Auch wenn wir die Probleme in der Enoxx-Sparte bereits in der Vergangenheit deutlich angesprochen hatten: Uns ist bewusst, dass die heutige Nachricht bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern natürlich Sorgen um die eigene Zukunft auslöst.“

Nach Unternehmensangaben wurden bereits Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen sowie der IG Metall aufgenommen, um den Stellenabbau möglichst sozialverträglich zu gestalten. Im zweiten Quartal soll auf Basis der Produktionsplanung der Kundenprojekte konkretisiert werden, wann und in welchem Umfang Beschäftigung entfällt.

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