Ein Mentor erklärt einer Auszubildenden etwas in der Produktion.
technotrans SE

Hidden Champions: attraktive Ausbildungsbetriebe

Mehrere Marktführer berichten beispielhaft, wie sie Nachwuchsförderung und Talentsicherung betreiben.
20.01.2026von Stefanie Hütz

Die Hidden Champions Grob, Schlüter-Systems, Technotrans sowie die WEPA Gruppe sehen in der Ausbildung junger Menschen ein zentrales Instrument zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Sie setzen auf Qualität und Perspektive. Ein Ausbildungs-Absolvent ist sich Stand heute sogar sicher, bis zur Rente bei „seinem“ Hidden Champion bleiben zu wollen. Was ihn derart überzeugt, erklärt er hier.

Kevin Maximilian Schauer war bereits während seines Schülerpraktikums bei der WEPA Gruppe klar: „Hier möchte ich meine Ausbildung absolvieren.“ „Hier“ heißt in diesem Fall am Standort Leuna, wo das Familienunternehmen, dessen Hauptsitz sich im nordrhein-westfälischen Arnsberg befindet, Toilettenpapier und Küchenrollen herstellt. Inzwischen hat Kevin Maximilian Schauer die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer abgeschlossen – und das als bester gewerblich-technischer Absolvent der IHK Halle-Dessau. Mit dieser Auszeichnung würden ihm sicher viele Türen offenstehen. Doch er sagt: „Ich will in diesem Betrieb bis zur Rente bleiben.“

Porträtfoto von Kevin Schauer.Foto-für-Dich Merseburg

Kevin Maximilian Schauer, Ausbildungsabsolvent bei WEPA: „Ich will bis zur Rente bleiben.“

Wichtiger Faktor: ein unterstützendes Arbeitsumfeld

Ein starkes Statement, das Kevin Maximilian Schauer so begründet: „Von Anfang an wurde mir vermittelt, dass ich bei entsprechender Leistung übernommen werde – das hat mich motiviert, immer mein Bestes zu geben. Ins Team war ich sofort integriert. Mein Vorgesetzter und auch die anderen Kollegen haben während der gesamten Ausbildung als Mentoren fungiert und mir zur Seite gestanden.“ Dieses unterstützende Arbeitsumfeld und die persönliche, familiäre Atmosphäre sind wesentliche Faktoren, warum Kevin Maximilian Schauer eine langfristige Perspektive bei WEPA für sich sieht. Hinzukommen „die finanzielle Sicherheit und die Möglichkeit, Beruf und Privatleben gut miteinander zu vereinbaren. Ich schätze das regelmäßige, aufrichtige Feedback und die Anerkennung für meine Arbeit sehr. Zudem sehe ich die Chance, mich stetig weiterzuentwickeln – durch Schulungen, Weiterbildungen und klare Karrierepfade, die das Unternehmen bietet. Das Gefühl, gesehen zu werden und wachsen zu können, gibt mir Sicherheit und zeigt mir, dass ich fair behandelt werde. Ich fühle mich wohl und bin rundum zufrieden“.

SarahRuzdki-Roden steht an einer weißen Bürotheke.Schlüter-Systems

Sarah Rudzki-Roden, Leiterin kaufmännische Berufsausbildung bei Schlüter-Systems: „Die Anzahl der Einstellungen pro Jahr ist bei uns in den letzten Jahren sogar gestiegen.“

Ausbildung für den eigenen Bedarf sichert langfristige Perspektiven

Die fachliche und persönliche Förderung hat sich auch das Familienunternehmen Schlüter-Systems auf die Fahne geschrieben, das in diesem Jahr sein 60-jähriges Firmenjubiläum feiert und seit Jahren das Siegel „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ trägt. Mit mehr als 12.000 Produkten im Angebot ist der Hidden Champion mit Sitz in Iserlohn Partner bei allen Themen rund um die Verlegung von Fliesen und Naturstein. Junge Menschen können ihre Laufbahn bei Schlüter-Systems gleich auf 15 verschiedenen Wegen starten, wobei neben einer Ausbildung in den Bereichen Technik, IT, Logistik, Beschichtung und Office auch das duale Studium möglich ist. „Wir bilden grundsätzlich für den eigenen Bedarf aus. Dementsprechend hoch ist die Quote derjenigen, die uns nach der Ausbildung erhalten bleiben. Die Anzahl der Einstellungen pro Jahr ist in den letzten Jahren sogar gestiegen“, betonen Sarah Rudzki-Roden, Leiterin kaufmännische Berufsausbildung, und Daniel Hagelstange, Leiter gewerbliche Berufsausbildung.

Mehrere Azubis sitzen im Lounge-Bereich der AzubiBox.Schlüter-Systems

2025 hat Schlüter-Systems mit der „AzubiBox“ eigene Räume für die Auszubildenden eingerichtet.

Hauptberufliche Ausbilder stellen Ausbildungsqualität sicher

Aktuell beschäftigt Schlüter-Systems 45 Auszubildende. Ihnen steht ein Team von fünf hauptberuflichen Ausbildern zur Seite, „genauso wie eine Vielzahl von Kollegen, die sie im Alltag unterstützen, etwa bei der Vorbereitung auf die theoretischen und praktischen Prüfungen“, so die beiden Ausbildungsleiter. 2025 wurde in einer ehemaligen Sparkassen-Filiale die sogenannte AzubiBox eingerichtet. Ein großzügiger Besprechungsbereich bietet Platz für Workshops und Gruppenarbeiten, während die offene Lounge in Pausen zu Austausch und Entspannung einlädt. Von Anfang an sind die Auszubildenden bei Schlüter-Systems in die Teams der einzelnen Abteilungen integriert. „Sie verantworten zum Teil eigene Projekte, darunter die eigene Website und den Azubi-Instagram-Account“, berichten Sarah Rudzki-Roden und Daniel Hagelstange.

Anna-Lena Offers, Ausbildungsleiterin bei Technotrans: „Unser Ziel ist es, in allen Unternehmensbereichen eigene Talente auszubilden.“

Anna-Lena Offers, Ausbildungsleiterin bei Technotrans: „Unser Ziel ist es, in allen Unternehmensbereichen eigene Talente auszubilden.“

Praxisnahe Projekte mit Spaß und Eigenverantwortung

Hidden Champion Technotrans, im münsterländischen Sassenberg beheimateter Spezialist im Bereich Thermomanagement, verfolgt eine ähnliche Strategie. „Bei uns erhalten junge Talente eine praxisnahe Ausbildung. Sie arbeiten in konkreten Projekten und übernehmen bereits früh Verantwortung“, unterstreicht Ausbildungsleiterin Anna-Lena Offers. Sie fügt hinzu: „Spaß an der Arbeit ist uns genauso wichtig wie Professionalität und eine intensive persönliche Unterstützung während der gesamten Ausbildung. Wir stellen unseren Auszubildenden beispielsweise Mentorinnen und Mentoren zur Seite, die sie individuell betreuen. Zu den weiteren Angeboten gehören die Unterstützung bei Prüfungen, Auslandsaufenthalte und Social Events. Eine Besonderheit ist unser Azubi-Marketing-Team, das eigenständig die Social-Media-Kanäle auf Instagram und Tiktok betreut und so authentische Einblicke in den Ausbildungsalltag gibt. Dieses Engagement fördert die Identifikation mit dem Unternehmen und hilft uns auch beim Recruiting.“

Daniel Hagelstange, Leiter gewerbliche Berufsausbildung bei Schlüter-Systems: „Auszubildende verantworten bei uns zum Teil eigene Projekte.“

Daniel Hagelstange, Leiter gewerbliche Berufsausbildung bei Schlüter-Systems: „Auszubildende verantworten bei uns zum Teil eigene Projekte.“

Hohes Engagement, um Bewerberinnen und Bewerber für sich zu gewinnen

Denn klar ist: „Die passenden Bewerber zu finden, ist zunehmend eine Herausforderung“, heißt es nicht nur seitens Schlüter-Systems. Sarah Rudzki-Roden und Daniel Hagelstange stellen fest: „Neben der Anzahl der Bewerbungen nimmt leider auch die Qualität ab, besonders im gewerblichen Bereich.“ Um Azubis zu finden, bietet das Team von Schlüter-Systems Praktika an und besucht Ausbildungsmessen. „2025 haben wir mit dem ‚Tag der Ausbildung‘ eine eigene Azubimesse veranstaltet, die großen Anklang gefunden hat und die wir sicherlich fortführen.“ Auch den Tag der Ausbildung haben die eigenen Auszubildenden aktiv mitgestaltet. Die angehenden Industriekaufleute präsentierten ein Unternehmensplanspiel, die IT-Azubis steuerten ein Hardware-Memory und die Logistik-Lernenden ein Karton-Tetris bei. Firmenrundgänge sowie Workshops zu Bewerbung und Vorstellungsgesprächen standen ebenfalls auf dem Programm, das mit der Möglichkeit abgerundet wurde, kostenlos professionelle Bewerbungsfotos erstellen zu lassen.

Zwei Mitarbeiter in der Produktion im Gespräch.technotrans SE

Technotrans stellt den Auszubildenden Mentorinnen und Mentoren zur Seite, die sie individuell betreuen.

Angesichts des Fachkräftemangels wird die Ausbildung eigener Talente wichtiger

Technotrans setzt auf einen Mix aus analogen und digitalen Maßnahmen, um qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber anzusprechen. „Die enge Zusammenarbeit mit Schulen in der Region, wo wir unter anderem Bewerbungstrainings anbieten, und die Präsenz auf Ausbildungsmessen sind eine wichtige Säule. Gleichzeitig hat sich die Online-Präsenz auf Instagram und Tiktok als äußerst wirksam erwiesen“, berichtet Anna-Lena Offers. Ende 2025 hat Technotrans einen eigenständigen Karrierekanal auf Instagram gestartet. „Dank all dieser Aktivitäten ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, nahezu alle freien Ausbildungsstellen passend zu besetzen. Das ist keine Selbstverständlichkeit und wird von Jahr zu Jahr schwieriger“, bemerkt die Ausbildungsleiterin. Für sie ist klar: „Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels wird die Bedeutung der Ausbildung bei Technotrans in Zukunft weiter zunehmen. Sie ist für uns ein zentrales Instrument, um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens zu stärken. Die hohe Ausbildungsquote von zehn Prozent an unseren deutschen Standorten unterstreicht die strategische Bedeutung. Unser Ziel ist es, in allen Unternehmensbereichen eigene Talente auszubilden.“

Drei junge Männer stehen neben den drei E-Azubimobile-Autos.GROB-WERKE GmbH & Co. KG

Die besten drei Ausbildungsabsolventen des Hidden Champions Grob genießen Fahrspaß im „E-Azubimobil“.

Anreize, damit sich die Azubis ins Zeug legen

Zum Abschluss noch ein konkretes Beispiel, was sich Hidden Champions alles einfallen lassen, um Anreize für Auszubildende zu schaffen:  Das in Mindelheim ansässige Unternehmen Grob, Partner für innovative Produktions- und Automatisierungssysteme, hat 2023 erstmals „E-Azubimobile“ an die drei besten Ausbildungs-Absolventen übergeben – als Anerkennung für ihre Leistung. Die jungen Menschen können jeweils sechs Monate Fahrspaß genießen, auf ihren Arbeitswegen ebenso wie auf privaten Touren. Grob trägt alle Kosten. Und profitiert vom Werbeeffekt: Denn die Fahrzeuge, die auch in diesem Jahr wieder bereitstehen, sind mit dem Schriftzug „Grob Ausbildung“ gebrandet.

Sie haben Interesse an einer Ausbildung bei einem Hidden Champion? Dann schauen Sie doch direkt in unserem Jobportal vorbei – hier sind zahlreiche Stellen ausgeschrieben.

Weitere Beispiele für engagiert ausbildende Hidden Champions, darunter Koehler, Hettich oder ifm, finden sich regelmäßig auch in unserem News-Bereich. 

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Vom Hoflieferanten zum Weltmarktführer für Herbst- und Weihnachtsgebäck: die Erfolgsgeschichte der Lambertz-Gruppe.

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